Kindertageseinrichtungen und Kinderbetreuung

Gute Kinderbetreuung – damit Familie und Beruf miteinander vereinbar sind!

Um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können, ist ein flächendeckendes und qualitativ hochwertiges Netz an Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für unsere Kleinsten notwendig, in denen die Eltern ihre Kinder gute betreut und individuell gefördert wissen. Unser Ziel ist daher die Sicherstellung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz, die bestmögliche Ausstattung jeder Einrichtung und die finanzielle Entlastung der Eltern von den Kosten der Betreuung.

Wie wir das erreichen wollen:

  • Durch die Abschaffung der Elternbeiträge in Kitas
  • Durch die Entlastung der Eltern mit geringem Einkommen von den Kosten des Mittagessens
  • Durch längere, bedarfsgerechte Öffnungszeiten in Kitas
  • Durch den bedarfsgerechten, wohnortnahen Ausbau von U3/Ü3-Plätzen
  • Durch die Sicherstellung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz
  • Durch den Bau von Kindertageseinrichtungen in öffentlicher Hand
  • Durch bessere personelle Ausstattung der Kitas
  • Durch die praxisintegrierte Ausbildung von Erziehungskräften
  • Durch mehr männliche Erzieher
  • Durch eine bessere Bezahlung der Erzieher*innen
  • Durch ausreichend Sprachfördermittel
  • Durch Standards bei der Sprachförderung
  • Durch eine enge Zusammenarbeit von Kita und Schule
  • Durch Trägervielfalt in den Betreuungseinrichtungen

Kindertageseinrichtungen (Kitas) sind für uns Einrichtungen der frühkindlichen Bildung. Da Bildungsangebote grundsätzlich für alle Kinder kostenlos zugänglich sein sollten, ist unser Ziel die Abschaffung der Elternbeiträge. Die Chance auf gute Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen! Die Einrichtungen benötigen eine Gegenfinanzierung der wegfallenden Elternbeiträge durch die öffentliche Hand. Diese wollen wir mit Hilfe von Landesmitteln sicherstellen.

Familien mit geringem Einkommen wollen wir von den Kosten für das Mittagessen auch weiterhin befreien. Die Einkommensgrenze der Eltern von 30.000 € im Jahr werden wir nicht absenken.

Um den Wunsch nach Familie mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Elternteile und besonders Alleinerziehende zu ermöglichen, benötigen wir bedarfsgerechte Öffnungszeiten in unseren Kindertageseinrichtungen, die sich nach dem Arbeitsleben der Eltern richten. Wir wollen daher in jedem Stadtbezirk mindestens eine Kita schaffen, die länger und flexibel geöffnet hat!

Für alle 3-6-jährigen Kinder (Ü3) unserer Stadt wollen wir einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege zur Verfügung stellen. Für unter 3-jährige Kinder (U3) wollen wir die Anzahl der Plätze bedarfsgerecht und wohnortnah ausbauen. Um dies zu erreichen, werden wir den Ausbau der U3- und Ü3-Plätze fortsetzen und so den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz sicherstellen.

Neben den Kindertageseinrichtungen werden in Siegen auch Tagespflegeplätze angeboten. Tagespflegepersonen und Großtagespflegestellen, sogenannte KiTS-Einrichtungen (Kinder in Tagespflege in Siegen), helfen mit, den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz zu erfüllen. Tagespflegeplätze sind insbesondere für Kinder im U3-Bereich geeignet, kommen sie doch einer familiären Situation sehr nahe, oder wenn besondere Betreuungszeiten außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Kindertagesstätten benötigt werden. Grundsätzlich geht für uns jedoch die Schaffung von regulären Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen vor. Denn die Ansprüche an die Qualifikation des Betreuungspersonals, die Sicherheitsvorschriften und die Größe des Außengeländes zum Spielen sind in Kindertageseinrichtungen höher.

Bislang wurden die Neubaumaßnahmen im Kita-Bereich in der Regel durch private Investoren getätigt, die wegen der auf Jahrzehnte garantierten Mieteinnahmen kaum ein wirtschaftliches Risiko tragen. Wir wollen unsere städtische Kommunale Entwicklungsgesellschaft (KEG) organisatorisch und finanziell in die Lage versetzen, den Bau von Kindertageseinrichtungen und anderen öffentlichen Gebäuden vermehrt selbst durchführen zu können. So würden die Mieteinnahmen in der öffentlichen Hand verbleiben und nicht privatisiert werden.

Die Qualität der Kinderbetreuung steht und fällt mit der personellen Ausstattung der Einrichtungen. Wir werden uns daher dafür einsetzen, dass der Gesetzgeber auf Landesebene die personelle Ausstattung der Gruppen in unseren Kindertageseinrichtungen verbessert, in dem z. B. Einrichtungsleitungen für Leitungsfunktionen in höherem Maße freigestellt werden, Hauswirtschafter*innen die Erzieher*innen entlasten und ein fester Personalstamm unabhängig von der Gruppengröße und den gebuchten Betreuungsstunden der Kinder für jede Gruppe finanziert wird.

Die praxisintegrierte Ausbildung (PIA) von Erziehungskräften ist ein Weg, um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten. Wir wollen die Rahmenbedingungen verbessern, um den Trägern der Einrichtungen eine solche Ausbildung zu ermöglichen.

Bei den Erziehungskräften sind Männer deutlich in der Unterzahl. Kinder benötigen aber auch männliche Rollenvorbilder – gerade in der Kita. Wir wollen daher den Beruf des Erziehers für Männer attraktiver machen. Dazu gehört die gesellschaftliche Akzeptanz des Erziehers – hat er doch häufig mit Vorurteilen zu kämpfen.

Der Beruf der Erzieherin/des Erziehers ist im Vergleich zu seiner gesellschaftlichen Bedeutung unterbezahlt, wie auch Pflegeberufe und andere Dienstleistungen. Wir setzen uns daher für eine bessere Bezahlung in diesen Berufsfeldern ein.

Das Erlernen der deutschen Sprache ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Teilhabe in unserer Gesellschaft. Sprachkompetenz wird gerade in jungen Jahren erworben. Sprachförderung ist daher in allen Kindertageseinrichtungen ein wichtiger Bestandteil. Jede Kita benötigt ein Sprachförderkonzept, insbesondere für Kinder, für die Deutsch nicht Muttersprache ist bzw. nicht im Elternhaus gesprochen wird. Hierfür werden Sprachfördermittel und zusätzliches Personal benötigt, die vom Landesgesetzgeber finanziert werden müssen. Um ein einheitliches Niveau bei der Sprachkompetenz zu erreichen, wollen wir einheitliche Standards bei der Sprachförderung vorgeben, die durch die jeweiligen Sprachförderkonzepte der einzelnen Einrichtungen erreicht werden sollen.

Wir setzen uns für eine enge Zusammenarbeit der Kitas mit den Grundschulen ein, um allen Kindern den Übergang von der Kita in die Grundschule zu erleichtern und benachteiligte Kinder gezielt schon in der Kita zu fördern.

Bei der Vergabe der Trägerschaften von Kindertageseinrichtungen priorisieren wir weiterhin das Subsidiaritätsprinzip. Dieses besagt, dass freie Träger Vorrang vor kommunalen Trägern haben. Wir haben in Siegen ein breites Angebot von kirchlichen und freien Trägern mit unterschiedlichsten pädagogischen Konzepten. Damit sind wir bislang sehr gut gefahren, denn die Eltern haben im Zuge ihres Wunsch- und Wahlrechtes eine große Auswahl an Einrichtungsträgern. Diese Trägervielfalt gilt es zu bewahren und weiter zu stärken.